Asklepion / Wer sind wir / Londýnská 39

Das Gebäude in der Londýnská 39

Londýnská 39 in Prag 2, das Grundstück, auf dem heute die Klinik Asklepion steht, wird erstmals am 4. Oktober 1879 erwähnt.

An diesem Tag wurde Alois Bures als Eigentümer des Grundstücks in die Katasterunterlagen eingetragen, später Ehrenbürger der Königlichen Weinberge, Vertreter des Bürgermeisters, Eigentümer und Bauherr einer Reihe von Häusern in den Weinbergen. Zu der Zeit trug die Straße Londýnská diesen Namen aber nicht, sondern nannte sich Tunelová. Unter der Straße verlief nämlich damals der den Wilson-Bahnhof mit dem Bahnhof Nusle verbindende Tunnel. 1883 wuchs hier ein klassisches Mietshaus empor, das sieben Jahre später Frantisek Pacák, Besitzer einer Wurstfabrik kaufte und von diesem dann im Jahre 1905 Josef Baum, einem erfolgreichen Unternehmer im Fleischgroßhandel verkauft wurde, der das Haus um zwei Geschosse aufstocken ließ.

Die Familie Baum wohnte hier bis zu den 40-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als die Nazis den Großteil der erwachsenen Familienmitglieder ausrotteten und das Haus konfiszierten. Baums Sohn Heinrich wurde in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einem der führenden tschechischen Reisenden und Zoologen. Er beherrschte elf Sprachen und eine Reihe von Dialekten. Er durchreiste fast die ganze Welt, fertigte überall umfangreiches und einzigartiges fotografisches Material an. Er spezialisierte sich auf das Studium der Spinnen, allein dem Nationalmuseum widmete er 250 000 Exemplare. Einige neu entdeckte Arten tragen auch seinen Namen, z.B. Carabus baumi OB, Hydrobaumia Hal. Zu Beginn des II. Weltkriegs kehrte er in die Heimat zurück, um sich dem antifaschistischen Widerstand anzuschließen. 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und ein Jahr später starb er im Konzentrationslager beim Warschau.

Das anschließend vom kommunistischen Regime beschlagnahmte Haus durchlief 1979 eine umfangreiche Rekonstruktion und im März 1985 wurde hier offiziell der neue Komplex der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Straße Londýnská beendet. Die Geburtsklinik gelangte nicht nur durch hochwertige Versorgung und hervorragende Ausstattung zu Ruhm, sondern war auch die erste Entbindungsklinik im Land, in der das sogenannte Rooming-In eingeführt wurde, die Möglichkeit für die Wöchnerinnen, das Baby bei sich im Zimmer zu haben. Nach nicht ganz zehn Jahren wurde die Entbindungsklinik aufgelöst und das Objekt verfiel bis zum Jahre 2004, als eine neue Generalrekonstruktion des Objektes begann. Diesmal für die Privatklinik Asklepion, die seit 1994 vor allem als angesehenste Einrichtung der Lasermedizin bei uns bekannt ist. Asklepion zog im September 2005 von seiner ursprünglichen Adresse Ke Karlovu 13 hierher um. Seit diesem Moment hat sich die Adresse Londýnská 39 in Prag mit seinen 3 500 m2 zum einzigartigen Komplex der Klinik und des Instituts für ästhetische Medizin gewandelt, der in Tschechien nicht seinesgleichen findet und auch in Mitteleuropa der größte ist.

70. léta
 
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