Asklepion / Wer sind wir / Altertümliches Asklepios
Altertümliches Asklepios und Kult des Gottes Äskulap
Der altgriechische Gott Aesculapius (grch. Asklepios, dt. Äskulap), der im Altertum als Patron der Gesundheit und Heilkunst verehrt wurde, war der Sage nach der Sohn Apollos und der Nymphe Coronis. Die Heilkunst erlernte er vom weisen und gelehrten Centauren Cheiron. Äskulap wird häufig stehend mit einem langen Holzstab dargestellt, um den sich eine Schlange windet. Dieser Stab, der den Lebensbaum symbolisiert, und die sich windende Schlange stellen die mystischen Heilkräfte der Erde dar und sind ein Überbleibsel der vorgriechischen, die Erde verehrenden Kulte.
Götterkult des Äskulap in der Antike
Der Äskulap-Kult stammt von der Insel Kos (einige Quellen führen auch die Stadt Trikale im griechischen Tessalien an) und verbreitete sich nach und nach in ganz Griechenland und Kleinasien. In der klassischen Hellenischen Zeit befanden sich Äskulap-Tempel in vielen kleinen und auch größeren Städten – heutzutage kennen wir an die dreihundert. Die bedeutendsten befinden sich in den Städten Epidauros und Trikala auf der griechischen Halbinsel, in Pergamon in der Türkei, in Lebena auf Kreta und selbstverständlich auf der Insel Kos in der Ägäis. Zu allen diesen heiligen Heilstätten kamen jahrhundertelang Pilger aus allen Städten der altgriechischen Welt.
Altertümliche Aesculapien
Äskulap-Tempel – Aesculapien – wurden stets an Orten errichtet, wo heilige Quellen entsprangen, deren Wasser die heilende Wirkung der Erdgeister zugeschrieben wurde. Da man glaubte, Äskulap würde die Genesung Kranker vermittels Träume beeinflussen, badeten die Heilungssuchenden zuerst, tranken das Wasser aus der Quelle und schliefen anschließend im Tempelareal (dem sogenannten Abaton). Dem Kranken erschien in seinen Träumen Äskulap selbst oder seine Schlangen (Assistenten) und gaben ihm die Anleitung zur Genesung. Die Behandlung beinhaltete auch absolutes Fasten vor sowie während des Aufenthaltes im Abaton, Bäder, Gebete und Träume. Die Priester, obwohl im Heiligtum anwesend, fungierten nicht als Ärzte, genauso wie auch keinerlei Aufzeichnungen über ärztliche Behandlungen in den Aesculapien existieren.
Aesculapium auf Kos
Das bedeutendste aller Aesculapien (und gleichzeitig auch eines der bedeutendsten antiken Denkmäler) liegt 2 km vom Ostufer der griechischen Insel Kos entfernt. Historischen Angaben zufolge lebten und schufen hier viele bedeutende Persönlichkeiten des Altertums, unter anderem auch der Begründer der Medizin Hippokrates von Kos. Diesen einzigartigen erhaltenen Komplex entdeckten im Jahre 1902 der deutsche Archäologe Herzog und der Grieche Iakovos Zaraftis. Das Aesculapium liegt in einer grünen Landschaft voller Zypressen auf einem Hügel mit famoser Aussicht auf die Umgebung. Des steilen Terrains wegen liegt das Aesculapium auf vier untereinander verbundenen Ebenen. Auf der ersten finden wir die Ruinen einer römischen Konstruktion aus dem 1. Jh.n.Chr. Die zweite, wo wahrscheinlich die medizinische Schule ihren Sitz hatte, ist vor allem dank der vollständig erhaltenen Tempelbögen und Skulpturen bekannt. Hier befinden sich auch die aus der Quelle König Halkons und der Vournik-Quelle, die auf dem Berg Dikeos entspringen, gespeisten Bäder. Auf der dritten Ebene befand sich der Äskulap-Tempel aus dem 4. Jh.v.Chr. Ausgrabungen in diesem Bereich ließen auch ein halbrundes Podium und ein weiteres kleines, Neron geweihtes römisches Heiligtum zutage treten. Die vierte Ebene wurde im 2. Jh.v.Chr. errichtet und ihr Bestandteil ist ein großer Tempel im dorischen Stil, um den herum sich Zellen für die Patienten befanden.