Asklepion / Anews / 2009 / 12.01. – 01.02.2009 / Trends in der gegenwärtigen Stomatologie

Trends in der gegenwärtigen Stomatologie

As. Dr.med. Roman Smucler, CSc., Vorstand von Asklepion, darüber, wie sich die Zahnheilkunde in den letzten Jahren verändert hat und welche aktuellen Neuheiten es in diesem Bereich gibt

In den letzten zwanzig Jahren ist es in der Stomatologie zu großen Umwälzungen gekommen. Es kam überall zu großen Veränderungen zum Besseren, Dank revolutionärer Technik, wie zum Beispiel der deutlichen Verbreitung von Zahnimplantaten oder dem Einsatz von neuen keramischen Materialien.
Für unsere Bedingungen wurde dies ermöglicht durch große politische und wirtschaftliche Veränderungen in der Gesellschaft, dank derer die Stomatologen deutlich mehr motiviert waren die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern. Auch die Patienten begreifen eine Zahnbehandlung nicht mehr nur als Lösung von gesundheitlichen Problemen im Falle von akuten Schmerzen, sondern sie sind bemüht, das sie mit ihren Zähne auch repräsentieren können. In Prag ist heutzutage das Gleiche möglich wie zum Beispiel in Hollywood. Die Menschen sind bemüht, die verschiedensten ästhetischen Fehler zu korrigieren und es gelingt ihnen immer mehr gesundheitlichen Beschwerden durch richtige Pflege vorzubeugen.

Wohl der einzige negative Trend hierbei ist die manchmal übertriebene Pflege mancher Ärzte, die versuchen komplizierte ästhetische Mängel mit geringer Erfahrung zu lösen und der Patient wird dadurch oft unnötig behandelt. Im Englischen gibt es hierfür den Begriff des over treatement. Diesen Trend beobachten wir in der gesamten ästhetischen Stomatologie.

Zum guten und zum schlechten hat sich die Situation bei Kindern verändert. In den letzten zwanzig Jahren wurde ein völlig spezifischer Heilungsablauf für Kinder in der Stomatologie eingeführt, durch den die negativen Empfindungen von Kinderpatienten verringert worden sind, die Behandlung vereinfacht wurde und der Besuch beim Stomatologen nicht mehr zu den Ereignissen für Kinder gehört, der sie für den Rest ihres Lebens traumatisiert.

Ein weiterer Fakt ist, dass das System der Pflege um Kinder sich mehr oder weniger umgekehrt hat. Dadurch ist ein großer Kontrast zwischen den Kindern entstanden, die in Familien aufwachsen, in denen der Pflege der Zähne eine ausreichende Aufmerksamkeit gewidmet wird und auf der anderen Seite, denen, die den Stomatologen nur in den notwendigsten Fällen aufsuchen. Es wurde auch die Fluoridierung des Wasser eingeschränkt und es wird keine systematische Fluorvorbeugung bei Kindern durchgeführt. Allerdings existiert in der letzten Zeit eine bestimmte Tendenz zur Korrektur dieser Lage.

Ein weiterer Trend ist auch die vollständig schmerzfreie Pflege, ohne die sich Menschen heutzutage eine qualitative Zahnbehandlung überhaupt nicht mehr vorstellen können.

Was die technologischen Neuheiten angeht, hat die Stomatologie in den letzten zwanzig Jahren einen solchen Sprung gemacht, dass wir die Ausstattung von vor zwanzig Jahren überhaupt nicht mehr wiedererkennen würden. Heutzutage ist es schon normal sog, weiße Plomben zu verwenden, verschiedene Typen von Kompositverschliessungen oder Zemente, die schon zu einer Perfektion entwickelt worden sind. Falls sie richtig angewendet werden, ersetzten sie vollständig den Einsatz von Amalgamplomben.


Vor zwanzig Jahren entwickelte sich die Metallkeramik bei Prothesen, heutzutage werden fehlende Zähne regelmäßig durch vollkeramischen Ersatz ohne jede Einschränkung ersetzt. Diese Konstruktionen werden durch computergesteuerte Roboter mit einer Genauigkeit im Mikrometerbereich hergestellt.

Zahnimplantate existierten auch vor zwanzig Jahren, aber ihr Gebrauch wurde als Notmaßnahme angesehen, falls keine Lösung durch eine Brücke oder herausnehmbarem Ersatz möglich gewesen ist. Heute sind Therapien die erste Wahl. Dank dessen müssen gesunde Zähne nicht angeschliffen werden, der Patient muss nicht herausnehmbaren Ersatz tragen, der oft unangenehm ist. Heute stellt sich auch nicht mehr die Frage, ob sie halten werden, sondern wie eine ästhetischste Ersatzlösung für einen fehlenden Zahn auszusehen hat, zum Beispiel eine Korrektur des Gebisses, in der Art, dass sie nicht mehr vom ursprünglichen Zahn zu unterscheiden ist.


As. Dr.med. Roman Smucler, CSc.

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