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Tschechischer Erfolg in Dallas
Der Jahreskongress ASLMS - American Society for Laser Medicine and Surgery 2007 in Texas hat gezeigt, dass die Lasermedizin in Tschechien zur Weltspitze gehört.
Die Welt der Lasermedizin verschiebt sich mit jeder der alljährlichen Apriltagungen der American Society for Laser Medicine and Surgery (Amerikanische Gesellschaft für Lasermedizin und Chirurgie) einen Schritt nach vorn. Die diesjährige, siebenundzwanzigste, fand zwischen dem 11. und 15. April im texanischen Dallas statt.
Hier fehlte niemand, der im Bereich der Lasermedizin etwas zu bedeuten hat, die bedeutendsten Wissenschaftler wechselten sich auf dem Podium ab. Die größte Ehre war es, eine Vorlesung im Hauptsaal vor dreitausend Zuhörern von allen Kontinenten und aus mehr als hundert Ländern zu halten (mancher wäre überrascht, wie viele Iraker, Iraner und Afghanen hier zusammentrafen!). In den letzten fünf Jahren erhielten jedesmal nur zwei Forscher aus Europa eine Einladung eine Vorlesung zu halten: Professor Moseley aus Großbritannien (Dundee, St. Andrews) und Dr. Smucler aus Prag ( 1. Medizinische Fakultät der Karlsuniversität, Allgemeines Uniklinikum und Asklepion).
Es ist erfreulich zu verfolgen, wie die Tschechen in den letzten zehn Jahren aus der Position der aufmerksamen Zuhörer aus einem unbekannten Land gleich irgendwo bei Rußland (aus der Sicht des stolzen Amerikaners) bis ganz an die Spitze vorgedrungen sind. Und dies zudem unter Bedingungen, die den Mitarbeitern amerikanischer Universitäten wie die Steinzeit vorkommen müssen! Man sieht, wenn man will, kann Spitzenwissenschaft auch von Prag aus gemacht werden (wenn auch mit der notwendigen e-mail sowie persönlichen Verbindung mit der Welt) – möglicherweise ist es sogar besser, in Prag Forschung nach seinen Bedürfnissen zu betreiben, als in Amerika in der Position des „Wasserträgers“ zu sein.
Auf dem Hauptpodium wurde die Arbeit der Autoren Roman Smucler und Marek Vlk „Combination of Er:YAG Laser and Photodynamic Therapy in the Treatment od Nodular Basal Cell Carcinoma“ präsentiert. Der Großteil der darin angeführten Patienten wurde im Zentrum für Photonenmedizin der 1. Medizinischen Fakultät der Karlsuniversität und des Allgemeinen Uniklinikums Prag, für das Asklepion als Lehrkrankenhaus dient, behandelt. Ziel dieser Arbeit ist die weitere Verbesserung der Wirksamkeit der photodynamischen Therapie.
Die Arbeit befasst sich mit einer Methode, die im Auftragen eines speziellen Stoffes besteht, der insbesondere von Tumorzellen resorbiert wird; nach der anschließenden Bestrahlung mit Licht einer genauen Wellenlänge sterben die unerwünschten Zellen ab. Dem Team Smucler/Vlk ist es wahrscheinlich gelungen, diese Methode durch ihre Kombination mit einem Er:YAG-Laser erheblich zu verbessern. Die Ergebnisse bei der Entfernung von Tumoren verbesserten sich fast zu absoluten Zahlen hin (99,19%), dies alles bei einer sehr guten Akzeptanz dieser Methode durch die Patienten, denen sie außer der Heilung auch sehr gute ästhetische Ergebnisse der Behandlung bringt (minimales Risiko einer Vernarbung). Die Arbeit wurde und wird weiter in einer wissenschaftlichen Prestigezeitschrift abgedruckt. Die Schlussfolgerungen des Teams Smucler/Vlk weckten in Dallas große Aufmerksamkeit und die Autoren erhielten als Wertschätzung Fördermittel zur Fortsetzung der Forschungen.
Die neue Methode des Teams Smucler/Vlk wird nun von einer Reihe von Arbeitsplätzen erneut überprüft, darunter z.B. auch von der Harvard Universität in Boston, wo vorige Woche mit der Studie begonnen wurde. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könnte diese Vorgehensweise in die gängige klinische Praxis aufgenommen werden.
Sehr erfreulich ist auch die Tatsache, dass eine Reihe von Autoren auf eine Arbeit verwiesen, die im Jahr 2005 im Asklepion unter Leitung von Dr. Smucler und Dr. Jatsová entstand. Darin wurde erstmals nachgewiesen, dass die Ergebnisse der photodynamischen Therapie durch Kombination mit pulsierendem Farblaser verbessert werden können. Die Arbeit führte diese Kombination an „Warzen“ und experimentell bei der Behandlung von Fältchen vor. Viele Arbeitsplätze auf der ganzen Welt wenden diese Methode nun bei einer Reihe kosmetischer sowie medizinischer Indikationen an.
Der Erfolg in Dallas half Prag dabei, die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Arbeitsplätzen auf der gesamten Welt (insbesondere in Deutschland und Korea) anzuknüpfen. Fragen, die auf dem Weg zur weiteren Verbesserung der Tumorbehandlung mit Laser zu beantworten bleiben, gibt es noch viele. Die Wissenschaftler aus Tschechien und einer Reihe weiterer Länder werden gemeinsam versuchen, gute Antworten auf sie zu finden – möglicherweise erhalten wir schon einige auf dem nächsten ASLMS Kongress im April 2008 in Orlando in Florida.